Category Archives: Blog

Rallyetag 12 – Tunceli nach Van




nächster Tag

Heute muss alles zügig gehen – wir haben eine lange Etappe vor uns. Früh sind wir im Hotel schon auf den Beinen und frühstücken noch mit den Kollegen von FuntasticSix ein typisches Frühstück mit Gurke, Tomate, Weissbrot und Käse.

Route Tag 11Unsere Rallyeboliden sind über Nacht gut aufbewahrt gewesen – mit Videoüberwachung und Wachmann. Dennoch sind wir immer ein bischen unruhig, wenn wir die Autos alleine lassen. Vollkommen unbegründet, wie wir beruhigt feststellen.

Etwas verschlafen machen wir uns auf die Reise gen Osten. Heute soll es bis nach Van gehen, das ist kurz vor der Grenze zum Iran. Allein der Gedanke ist schon etwas seltsam, wenn man auf die Karte schaut wird es noch unglaublicher. Die Strassen sind erstaunlich gut ausgebaut und wir kommen wirklich gut voran, auch wenn wir beachtliche Höhenunterschiede überwinden müssen.

Dann möchte der rote Tee auf sich aufmerksam machen – vielleicht haben wir ihn in den letzten Tagen zu wenig beachtet und uns zu viel um die Landschaft drumherum gekümmert. Aus der Motorhaube quillt eine Rauchwolke, die Kontrolllampe fürs Kühlwasser geht an und die Temperatur schiesst in die Höhe. Ein erster Check ergibt, dass der Deckel des Kühlwasserausgleichsbehälters nur noch auf dem Behälter liegt und nicht mehr festgeschraubt ist. Losgerappelt ? Beim letzten Check nicht richtig festgeschraubt ?? Egal – schnell Wasser nachgefüllt und es geht weiter durch grandiose, immer wieder abwechslungsreiche Landschaft.

Rallyetag 11 – Von Ordu nach Tunceli




nächster Tag

Alle waren wir noch nie am Schwarzen Meer. Uns ist wieder einmal bewußt geworden, wie weit wir doch bereits im Osten sind. Jeder von uns hat seine Freude darüber anders zum Ausdruck gebracht. Nicole hat Sand vom Strand geholt, Andreas war auf Fotosafari (da haben die meisten von uns noch geschlafen), Ivonne und Peter mußten Hände und Füße ins Wasser stecken.

Route Tag 11Und wir alle sind wohl der Frage nachgegangen, ob das Wasser wohl salzig schmeckt. Da uns jedoch für die nächsten beiden Tage lange Etappen voranstehen, haben wir uns sehr schnell wieder auf den Weg gemacht, nicht ohne vorher unser Musikinstrument in Ordu für das dortige Museum abzugeben – eine Ukulele.

Unser Ziel für den heutigen Tag lautete Tunceli. Der Ort liegt etwa auf halber Strecke in Richtung Van. Wir fuhren wieder quer durch das Pontische Gebirge ins Anatolische Hochland zurück. Dabei kraxelten unsere 3 Benze ganz wacker auf Pässe zwischen 1500 und 2200 Metern hoch. Wir hatten uns einen Weg herausgesucht, der möglichst nicht schlechter als rote Straßen auf der Landkarte – was bedeutete, daß wir überall Teerbelag erwarteten.

Die Bandbreite der Straßenqualität einer roten Straße reicht – so haben wir glernt – von Baustraße mit tiefen Kratern und aus Dreck gebaut bis breit, frisch asphaltiert fast schon Autobahnfeeling beim Fahren.

Unsere Route führte uns kilometerlang an Hasselnussplantagen vorbei – hier wächst sicherlich jedes Jahr ein Jahresbedarf an Rohstoffen für die Nutella-Prooduktion. Weiter oben wachsen gelbblühende Sträucher und auch Rhododendron. Überall wuchsen diese Büsche – in zwei Wochen wird hier alles gelb und pinkfarben leuchten.

Nachdem das erste Stück des Weges aufgrund schlechter Straßen nur zäh verran, hatten wir nach dem Wechsel auf die D100 wieder autobahnähnliche Verhältnisse. Wir hätten Kilometer fressen können, wenn da nicht der eine oder andere Cay-Stopp gewesen wäre.


Auf dem letzten Wegestück stockte uns regelmäßig der Atem. Die Landschaft war beeindruckend schön. Üppig bewaldet, karstig und dürr, enge Schluchten, Farben von und immer wieder hatte die Geologie interessantes Neues zu entdecken. Ganz zum Schluß wurde unsere Fahrerei mit einer tollen eDurchfahrt durch eine enge und wildromantische Schlucht belohnt bevor wir nach Tuncelli ankamen.

Dort versuchten wir ein Hotel zu finden. Das erste was wir ansteuerten war uns leider viel zu teuer. Beim Warten auf den Rest vom Team bildeten sich sofort Trauben von Menschen um uns. Irgendwer sprach uns immer auf deutsch an. Unsere Tagesaufgabe war es, jemanden in Tuncelli zu finden, der bereits einmal in Deutschand gearbeitet hatte. Wie sich Herausstellte war das kein Problem. Schnell fand sich auch bei uns der eine oder andere und so notierten wir nach kurzer Zeit eine Adresse ins Roadbook.

Beim Parken unseres Fahrzeugs war uns ein Mann besonders behilfreich. Wir bekamen einen Platz an der Feuerwehr zugewiesen, gut überwacht von Kameras. Hanafi versicherte uns, da kommt nix weg, macht Euch keine Sorgen. Wir verabredeten uns mit ihm zu einem Kaffee. Daraus wurde ein schönes Abendessen und anschließend ein richtiger Kaffee aus der Maschine. Zusammen mit den 78ern hatten wir einen wunderbaren Abend. Lernten viel über die Stadt und seine Einwohner und über die, die nicht mehr hier wohnen und nur noch zum Urlaub machen wiederkommen.

Die kleine unbeugsame kurdische Stadt mit 34000 Einwohnern im erzkonservativen Anatolien.

Ohne Worte …

Rallytag 10 – Staub und Spass von Tokat nach Ordu




nächster Tag

Der Tag beginnt mitten in Tokat – morgens weit vor 5:00. Die Ohrstöpsel haben den Muezzin nicht aussperren können, sein Ruf vertreibt den Schlaf im Nu. Eigentlich haben wir uns inzwischen schon dran gewöhnt, aber zu den frühen Stunden ist es dennoch ungewohnt. Der Himmel zeigt ein freundliches Blau, welches Vorfreude auf den bevorstehenden Sommertag mit neuen Herausforderungen weckt.
Route Tag 10
Nach und nach tröpfelt das ein oder andere Teammitglied herbei – wir bauen mitten im Fahrerlager unsere Frühstückskulisse auf, brauen Kaffee, eseen etwas verschlafen unser Frühstück. Die Stadt ist noch ruhig, die Geschäfte scheinen nicht besonders früh zu öffnen.

Am Vorabend haben wir versucht herauszubekommen, wie es heute weitergeht. Der Informationsfluss ist meist schwierig. Was im Roadbook steht kann, muss aber nicht stimmen. Im Fahrerlager gibt es zumeist mehrere Versionen der Wahrheit. Irgendwie kristallisiert sich heraus, dasss etwa 1 km entfernt auf einem Parkplatz eine neue Startrampe stehen soll, über die ab 9:30 gestartet wird.

Rallyetag 9 – Corum – Tokat




nächster Tag

Nach dem volksfestartigen Darbietungen im Amphitheater und den ersten Offroadetappen sind wir gestern vollkommen fertig in unseren Autos verschwunden. Mehr oder weniger ausgeschlafen krabbeln wir am morgen wieder heraus.

Route Tag 9Das Schlafen in den Autos ist eigentlich das kleinste Problem. Fast alle finden ausreichend Platz, die angeschafften Matrazen bieten ausreichend Liegekomfort. Aber – man klettert im Fahrerlager morgens und abends vor den Augen aller aus und in die Autos. Intimsphähre ist Mangelware. Toiletten auch. Und wenn welche vorhanden sind, sieht man sich evtl. mit der asiatischen Stehtoilette konfrontiert. Prima, die einfachen Dinge des Lebens werden hier schonmal schwierig.

Torz allem – der Tag beginnt mit Sonnenschein. Endlich hat es mal über 20 Grad. Unser Tagesprogramm fängt erst Mittags an, wir können noch ein bischen ausruhen, etwas einkaufen.

Unsere Nachbarn im Fahrerlager müssen Reparaturen vornehmen, wir nicht. Gehen wir ordentlich mit unserem Material um, oder haben wir einfach nur Glück ? Wir werden sehen.

Rallyetag 8 – Offroad von Ankara nach Corum




nächster Tag

Ankara am Samstag morgen – nach den Fahrerlebnissen von gestern abend vollkommen #locker . Nach einer dreiviertel Stunde, nur einem U-Turn und nur wenigen Flüchen befanden wir uns bereits gegen 9:00 auf der D200 Richtung Osten. Wieder mal mit Spannung im Bauch . Heute ist der erste Offroad Tag. In der Region rund um Corum wird es erste Etappen abseits des Asphalts geben. Quasi als Test, ob unsere Autos für höhere Aufgaben geeignet sind.

Route Tag 10Auf dem Weg verändert sich die Landschaft schlagartig. Wir haben nun wirklich das Gefühl, irgendwo weit weg von zu Hause zu sein. Die Vegetation ist fast weg, das Land hügelt sich vor dem Auge entlang und die sichtbare Erde hat ungewohnte Farben – mehr rot und blau als das von zu Hause bekannte satte Grün.

Auf der nahezu leeren D200, die übrigens fast wie eine deutsche Autobahn ausgebaut ist, fahren wir immer weiter. Die Fotoapparate im Anschlag wird ein Bild nach dem anderen gemacht. Zwischendurch passieren immer mal wieder Begegnungen mit Einheimischen, die uns ansprechen und nach dem Grund für die bunten Autos fragen. Auf der D200 zum Beispiel eine Familie, die nach 40 Jahren im Raum Neuss bei Düsseldorf  in die Türkei zurückgegangen ist, um dort zu arbeiten.

Rallyetag 7 – Wo geht’s hier nach Berlin-Neukölln ?




nächster Tag

Heute geht es vom Rallyepark nach Ankara. So richtig gemütlich war es dort oben auf dem Hügel nicht. Der Abend und die Nacht waren windig und kalt. Nach Frühstück im Regen ist uns so gar nicht. Die Frühaufsteher setzen zumindest Kaffeewasser auf. Aber nach dem ersten Kaffee machen wir uns ganz schnell auf in Richtung Ankara. Das Frühstück nehmen wir dann lieber später ein – Mc Donalds ist unsere Rettung: Frühstück, Wifi, Warm, Trocken ! So denken außer uns noch einige andere Teams, wir sind nicht allein dort.

Route Tag 7Aber auch dort hält uns nichts für lange. Weiter geht es auf der sehr gut ausgebauten Landstraße nach Ankara. Das Wetter bleibt trüb und regnerisch. Die Sicht auf den Bosporus und das Marmara-Meer bleibt uns daher verwährt. Die Kilometer spulen sich nur so ab.
Wir erreichen schnell das anatolische Hochland. Mit jedem Höhenmeter wird das Wetter besser. Die Sonne kommt heraus und wir können uns über die prächtige Aussicht freuen. Mit immer neuen Ahs und Ohs quittieren wir die wechselnden Landschaften. Erst erscheint es uns, daß wir durch den Schwarzwald fahren, dann wird die Umgebung karger. Unsere Autos lassen wir auf 700 Höhenmeter heraufklettern auf der sich die anantolische Hochebene im Durschnitt bewegt. Es gibt natürlich einige Pässe zu überwinden. Wir fahren auf und ab auf breiten Straßen in einem hervorragenden Zustand. Vorallem die Abfahrten nach den Pässen veranlassen uns immer wieder zu erstaunten Ausrufen über das Funkgerät. Das Wetter und die breiten zweispurigen Straßen motivieren uns zu den ersten Fotosessions mit Überholen, Hinterherfahren. Die langgezogenen Kurven bringen schöne Ansichten von zumindest zwei von drei Autos.

Rallyetag 6 – Istanbul – Santepe-Pasaköy




nächster Tag

Route Tag 6
Als erstes erwartete uns heute der Guinessbuch-Rekordversuch. Alle Teams mußten eines ihrer Ersatzräder in einem Massenstart rund um den Platz vor der Blauen Moschee herumrollen. Wir alle gaben unser Bestes. Eddie ist nach seinem Teilstück fast zusammengebrochen, Andreas nutzte die Zeit vor der Staffel/Reifenübergabe noch zur Kontaktaufnahme zu anderen Teams, Ivonne hatte Glück, daß Dirk schon viel weiter vorne den Reifen übergeben haben wollte und gab dann alles. Er holte noch erhebliche Plätze auf und zog sich ein paar Blessuren zu. Die letzte Reifenübergabe und Peter, der auch gestartet war, rollte das Rad souverän durch den Zielbogen. Geschafft – denn außer Dirk sind wir alle ja nix mehr gewöhnt ! Dabei sein ist alles !

Rallyetag 5 – Sightseeing Istanbul




nächster Tag

Endlıch eınmal ausschlafen. Von 04.00 bıs 05.00 Uhr dann ruft der Muezzın uns zum ersten Mal. Gehoert hat das von uns nıemand, wır waren todmuede und/oder hatten Ohrenstoepsel ın den Ohren. Hımmlısch !
Beım Augenaufschlagen fuehlen wır uns wıe ım Zoo. Obwohl wır uns ın eıner Wagenburg zusammengestellt hatten, stehen Tourısten und Istanbuler mıtten unter uns und schauen uns beım Schlafen, Kaffee kochen und fruehstuecken zu. Dıe ersten flıegenden Haendler sınd auch schon da. Anfangs versuchen wır noch hoeflıch zu sagen, dass wır keıne Reısefuehrer brauchen, da wır bereıts ausgestattet sınd. Irgendwann schlaegt unsere Taktık um: es tut uns leıd, der Kollege hat mır gerade eın Exemplar verkauft – zu spaet.
Nachdem wır gefruehstueckt haben, faellt uns das Zootıer seın leıchter. Und wır erzaehlen von unserem Vorhaben, dıe Reıse, dıe Rallye und wo wır herkommen. Dıe Leute sınd alle begeıstert von dem, was sıe hoeren. Und wır sınd begeıstert vom Interesse, den netten Gespraechen und den guten Wuenschen fuer unseren weıteren Weg.

Unser Mann in Istanbul

Seit Jahren planen wir endlich einmal unseren Freund Mehmet aus Studien- und Seglertagen in Aachen in seiner geliebten Heimatstadt Istanbul zu besuchen. Ein paar Tage mit ihm durch seine Stadt bummeln, Dinge sehen und erleben, die ein normaler Tourist vielleicht nicht so sehen wird. Das hatte bisher nicht geklappt, wir haben uns zum Segeln in unserem Heimatrevier getroffen, aber nicht in der Türkei, nicht in Istanbul.